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Volksvertreter…räter…ä-hem…

Dienstag, 07. September 2010

Okay, okay, ich leide derzeit stellenweise unter Stilldemenz, aber war es nicht immer schon so, dass jeder Mensch in Deutschland in die Politik gehen darf? Heute erreichte mich diese Pressemitteilung:

ratjen

Und weil ich schon alt bin, und Sie vielleicht auch hochverehrte Leserschaft, hier noch einmal ohne Brille:


Sebastian Ratjen
Zahnarzt
Mitglied des Landtages Mecklenburg-Vorpommern

Bahnhofstraße 44/45 Tel: 03834/502306
17489 Greifswald Fax: 03834/519401

Pressemitteilung

Harz IV Empfänger in die Pflege?

Zu dem jüngsten Vorschlag der Bundeskanzlerin, Harz IV Empfänger in der Pflege einzusetzen, erklärt der Greifswalder Landtagsabgeordnete Sebastian Ratjen: “Wie wäre es, wenn wir bei aufkommenden Mangel von Politikern, Harz IV Empfänger in Zukunft als Politiker einsetzten. Der Pflegeberuf ist ein Ausbildungsberuf, bei Politikern ist mir sowas bisher nicht bekannt, wobei jeder Harz IV Empfänger immerhin die Erfahrung des alltäglichen Wahnsinns der deutschen Arbeitsamtbürokratie mitbrächte. Vielleicht ein ganz neuer und praktischer Ansatz in der Politik.”

Das hat der Herr Ratjen doch gut erkannt, nicht wahr? Hartz IV-Empfänger als Politiker einzusetzen, das ginge wohl. Und nein, Politiker zu sein, ist kein Ausbildungsberuf – wie man am lebenden Beispiel hier deutlich erkennen kann. Übrigens trifft dies in umgekehrter Weise auch für Hartz IV-Empfänger zu… Und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Hartz IV, die Arbeitspflicht und Roland Koch

Montag, 18. Januar 2010

Lieber Herr Koch,

wer auf Staatskosten lebt, der soll auch eine Gegenleistung erbringen. Meinten Sie das so? Gut dann gehen wir die Sache an: Sie sind Ministerpräsident und bekleiden diverse Ämter, für die Sie von Ihrer Partei entschädigt werden. In demokratischen Staaten, so auch unserem, werden diese Kosten durch den Steuerzahler übernommen. Sind Sie bitte so nett und fangen an zu arbeiten? Danke. Zunächst würde mir aus Steuerzahlersicht das Prinzip des “erst denken, dann handeln” bei Ihnen ausreichen. Vielleicht auch “erst denken, dann reden”. Wir wollen die sprichwörtliche Latte mal nicht so hoch hängen. Übrigens, wer nach zehn, zwanzig Jahren Berufstätigkeit Hartz IV bezieht, hat dafür in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt. Also, sich auch einen Anspruch erarbeitet. Das nur mal so am Rande. Dass Sie kräftig daran mitwirken, dass es solche durchgängigen Erwerbsbiografien nicht mehr gibt, weiß ich, aber das ist keine Arbeit. Nur für den Fall, dass Sie das gedacht haben. Wir könnten uns auf folgenden Deal einigen: Sie bieten auch genauso viel Arbeit an, wie es Menschen gibt, die Hartz IV beziehen. Das natürlich ohne der Wirtschaft zu schaden und wettbewerbsverzerrend zu wirken. Alternativ dürften Sie auch folgendes Zeichen setzen: Ohne eine weitere Erhöhung der Bezüge verzichten sämtliche Politiker sowie Amts- und Mandatsträger auf ihre überzogenen, erworbenen Rentenansprüche und sorgen privat für sich vor. Sollte dann der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass einer unter ihnen mal Hartz IV in Anspruch nehmen muss, dann wird das dafür angesparte Kapital samt und sonders aufgebraucht. Basta!

These – Antithese

Donnerstag, 05. Februar 2009

Gestern sah ich (zumindest in Teilen) die Sendung “hart aber fair” – Wenn Politik auf Wirklichkeit trifft. Ich glaube, ich habe schon mehrfach deutlich gemacht, dass dies eines meiner Lieblingstalkformate ist. Eigentlich. Denn seitdem Herr Plasberg in der ARD und nicht mehr im WDR parliert, gerät die Sendung zu einer Ansammlung von WischiWaschi-Thesen, die durch den Wolf gedreht und weich gespült im Abendprogramm niedergeplaudert werden. Gestern wieder eine solche Aussage:

“Einem Hartz-IV-Empfänger geht es besser als einem Werktätigen in der DDR.”

Begründet wird dies mit den vielfältigen Möglichkeiten des Konsums im Vergleich zwischen heute und der Zeit vor der Wende. Aha. Lasset die Diskussion beginnen! Eins, zwei, drei …. Kommentare frei: