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“Die Grenze” – Guckst Du noch oder schläfst Du schon?

Montag, 15. März 2010

Jüngst erregte das neue SAT-1-Event-Movie in zwei Teilen die Gemüter. Nachzulesen unter anderem hier in der SVZ. “Die Grenze” ist ein echt abstruser Film über das Aufeinandertreffen radikaler Kräfte und hilfloser Politik, die für den eigenen Machterhalt bereit ist alles zu tun… könnte man schreiben. Man könnte aber auch schreiben, dass es sich um billige Unterhaltung für das Volk handelt. Einfach gestrickt. Sinnfrei. Ohne Bedeutung. Na gut, billig, das wäre die Frage. Schließlich wurden hier 160.000 Euro aus Landesmitteln an Förderung eingesetzt. Aber ist es wirklich so einfach? Konstatieren wir zunächst: Dank der Aufregung um den Film haben sehr wahrscheinlich sehr viel mehr den Film gesehen, als sonst. SAT 1 dankt. Die Aufregung seitens der SPD und der Linken ist nur schwer nachvollziehbar. Darf man einen solchen Film fördern? Ja, denn würde die Förderung nicht den Richtlinien entsprechen wäre sie nicht ausgereicht worden. In dem Vergabegremium sitzen Menschen, die sich hauptberuflich um Film kümmern, darunter zum Beispiel die Chefin des NDR-Landesfunkhauses. Die Produktionsfirma hat Geld bekommen, da sie die Kriterien erfüllt und letztlich auch eine entsprechende wirtschaftliche Gegenleistung in Höhe von 340.000 Euro erbracht hat. Darf man die Förderung für diesen Film wegen seines Inhaltes kritisieren? Darf man Angst äußern, dass ein negatives Bild von M-V vermittelt wird? Ja, darf man! Aber Gegenfrage – darf man als SPD oder LINKE quasi Zensur fordern? Muss man sich an den Inhalten eines SAT-1-Event-Movies hochziehen? Glaubten die gleichen Menschen, dass Berlin wirklich von Tornados verwüstet würde, nur weil das bei RTl im fiktionalen Bereichen gezeigt wurde? Wird Köln tatsächlich von der Pest hingerafft, weil das schon mal bei SAT 1 zu sehen war? Wie heuchlerisch ist so eine Kritik? Und wie nah und durchschaubar ist diese Reaktion von zwei Parteien, die ihre mehrfach geäußerte Kritik an der Filmförderung über die Krücke eines fiktionalen Filminhaltes nochmals äußern? Arm. Wirklich arm. Weniger arm ist allerdings die Reportage im Anschluss des Filmes, die sich mit Rechtsradikalismus beschäftigt und damit ein auch in M-V vorhandenes Phämomen mitten ins Privatfernsehen zieht. Wäre es besser über solche Themen zu schweigen, weil sie hier im Land passieren? Weil sie keine so schöne Werbung sind für’s Land? Wie heuchlerisch muss man eigentlich veranlagt sein? Man könnte natürlich auch fragen, wie fiktional ist dieser Film eigentlich, wenn sich knapp ein Viertel der Deutschen (Ost wie West) zumindest zeitweise die Mauer wieder wünscht? Und was bleibt dann am Ende von der Kritik der Linken?