Heute morgen um neun hat es geklingelt. Nicht bei mir, sondern nebenan. Die Frage: Können Sie sich vorstellen, dass man etwas gegen das Schreckliche in dieser Zeit machen kann?
Bitte definieren Sie schrecklich! Schrecklich, dass jemand so früh am Morgen klingelt, den man gar nicht kennt und solche tiefgründigen Fragen stellt? Schrecklich, dass jeden Tag Hunderttausende von Menschen verhungern, während ich gerade mal wieder ein halbes Brot wegschmeiße, da die Konservierungsstoffe auch nicht mehr das sind, was sie einmal waren? Schrecklich, dass sich am Donnerstag zwischen Extra 3 und Polylux noch Schmidt und Pocher drängeln? Schrecklich, dass die Erde sich immer weiter dreht, auch wenn man selbst nicht mehr drauf ist? Schrecklich, dass in Zeiten von Weltfinanzwirtschaftskrisen Kriege das Einzige sind, von dem Regierungen glauben, dass dies DER Weg aus der Misere ist? Schrecklich, dass es über den Obsttheken indirekte Beleuchtung und in Umkleidekabinen drei Spiegel gibt? Häh? Häh? Hääääh? Ja, ich kann mir vorstellen, dass man etwas dagegen tun kann! Aber mich haben Sie ja nicht gefragt.