Archiv für die Kategorie ‘Erkenntnisse des Jahres’

Mein Bauch gehört mir!

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Liebe MitbürgerInnen, als in den 60er Jahren verschiedene Frauen diese Forderung aussprachen, da ging es um das Recht auf Selbstbestimmung bei Abtreibungen. Wenn ich heute darüber schreibe, dann bitte ich diesen Ausspruch nicht weniger ernst zu nehmen. Derzeit erschreckt mich die Distanzlosigkeit, mit der mir viele MitbürgerInnen begegnen. Sie verstehen nicht, worum es geht? Nun, lassen Sie mich verraten, dass ich nicht nur kopf-, sondern auch sehr bauchlustig bin. Der kleine Untermieter scheint putzmunter zu sein und mindestens die Ausmaße eines größeren Medizinballs auf die Welt verlagern zu wollen. Soweit die gute Nachricht. Nun der Rest. Während das Gewicht eines Menschen ansonsten üblicherweise zu den Tabuthemen in unserer Gesellschaft gehört (zumindest in dessen Anwesenheit), geht man mit Schwangeren da weniger zimperlich um. Da wird (in Anwesenheit) gefachsimpelt, was das Zeug hält. Dies führt zu folgenden absurden Situationen: Auf dem Weg vom Marienplatz bis zum Markt begegnen mit fünf verschiedene Menschen mit drei verschiedenen Meinungen: “Noch ganz schön wenig zu sehen.”, “Du bist aber schon rund.”, “Das ist doch normal.” Entschuldigung, vier, einer hat es nämlich tatsächlich gar nicht bemerkt oder besser, andere Themen für wichtiger befunden. Bitte nehmen Sie zur Kenntnis: Tuscheln Sie doch einfach, wie vorher auch, hinter meinem Rücken weiter! Danke. Ich sehe mich nämlich nach wie vor nicht verpflichtet jedem den derzeitigen Stand der Gewichtszunahme mitzuteilen, bloß weil er fragt.
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Heureka! Recht haben sie …

Freitag, 04. Dezember 2009

… und nun bekommen Sie es auch! Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat geurteilt, dass die Sorgerechtsregelung für ledige Väter diese diskriminiert. Bisher erhalten diese das gemeinsame Sorgerecht nämlich nur dann, wenn die dem Mutter auch zustimmt. Nun mag es einigen ja als unpraktisch erscheinen, dass beide, Mutter UND Vater, bspw. immer gemeinsam ein Konto eröffnen oder über die richtige Schule entscheiden müssen, und das womöglich auch dann, wenn man eben nicht mehr zusammen und alles eitel Sonnenschein ist. Doch um wen geht es hier bitte eigentlich? Um die Eitelkeiten der Erwachsenen (wobei man diesen Status beim Verhalten einiger Exemplare in dieser Sache durchaus in Frage stellen darf)? Nein, es geht um die Kinder! Und die sollen doch von beiden Elternteilen auf einen guten Weg in die Zukunft gebracht werden. Interessant wird es gar nicht bei den genannten Entscheidungen, da mag man sich vielleicht ja noch einigen. Wichtiger ist schon, wenn es um die Frage geht: Zieht die Mutter mit dem Kind mal eben ungefragt nach München, während der Vater mit Unterhaltspflicht und Umgangsrecht ausgestattet, weiterhin in Pasewalk wohnt? Dann wäre er nicht nur gezwungen den Unterhalt zu leisten, sondern auch noch die teuren Zug- oder Autofahrten, wenn er denn sein Umgangsrecht überhaupt wahrnehmen darf. Das deutsche Recht benachteiligt in nicht zu vertretender Weise die Väter. Es wurde Zeit, dass endlich mal ein Gericht der Bundesregierung auf die Finger klopft. Die hatte übrigens versucht herauszufinden, wie viele Väter das denn wollen – ha! Es ist doch einfach das Recht des Kindes. Und auch in diesem Fall sollte endlich einmal Recht haben und Recht bekommen ein gleiches Paar Schuhe sein.

In was für einer Stadt lebe ich eigentlich?

Mittwoch, 11. November 2009

Klar, auf den ersten Augenblick scheint die Antwort einfach: Schwerin. Schließlich steht es so ja auch in meinem Ausweis. Und was in einem deutschen Ausweis steht, das stimmt auch! Aber ist jemand unter den geneigten Leserinnen und Lesern dieses Blogs schon einmal gegen 10 Uhr am Vormittag in Stadtteilen wie Lankow oder der Weststadt gewesen? Kürzlich war ich um diese Zeit in einer Lankower Apotheke. Da ging es zu wie zu besten DDR-Zeiten. Menschen über Menschen standen Schlange. Das Durchschnittsalter lag weit jenseits der 60. Schwerin vergreist, das dachte ich da und nun habe ich die Bestätigung.
Die Bertelsmann Stiftung stellt unter ihrem Wegweiser Kommune im Netz demographische Daten zur Verfügung. Da erfahre ich auch, dass Schwerin zum Demographietyp 4 zählt – und damit zu schrumpfenden und alternden Städten mit hoher Abwanderung. Bis 2025 zeichnen die Zahlen ein düsteres Szenarium von Menschen, die mindestens eine einseitige Gehhilfe benötigen. Spielplätze baut dann wahrscheinlich niemand mehr. Den Großstadtstatus dürften wir bis dahin auch verloren haben. Ich fange an zu rechnen …. Aber immerhin: Ich gehöre dann fast exakt ins Durchschnittsalter. Also, fröhlich sein und jetzt schon mal auf den Rollator gespart.

Es gibt so Tage…

Dienstag, 22. September 2009

… da schiebe ich das langsame Muttchen im Auto vor mir mit meinem Bulldozer aus dem Weg. Den Opa mit Hut erdrossele ich mit seiner Klopapierrolle, die fein verhäkelt auf der Rückablage liegt. Ganz nach einem meiner Lieblingsfilme sprenge ich an Pseudobaustellen ein echtes Loch in den Asphalt, damit die Menschen da endlich etwas zu tun haben. Der ewig Fresse ziehenden Verkäuferin im Laden tackere ich das Lächeln mit meinem Bürotacker an den Ohrläppchen fest. An Stelle von Moorhuhnschießen am Rechner spiele ich Politiker-Shooting mit meiner Uzi, die ich wie selbstverständlich aus meiner dafür eigentlich viel zu kleinen Handtasche ziehe. Ich verurteile Kinderschänder zu Todesstrafen und lasse Dieben geistigen Eigentums das Gehirn amputieren. Schließlich verlieren alle anderen Diebe ja wahlweise die rechte oder linke Hand. Blender und Gründer von so genannten Agenturen, die ausschließlich aus einer Person und einer Website bestehen, werden zu einem Jahr Toilettendienst an den Silberklos der A20 verknackt.

Noch Fragen?

Das Beste am Altstadt-Fest

Dienstag, 15. September 2009

ist, dass danach der Pfaffenteich am Südufer wieder für den Autoverkehr freigegeben wird. Oder auch nicht. Aber eigentlich doch schon. Hmm… was macht eigentlich der dumme Poller da noch? Und darf ich jetzt wenigstens wieder offiziell durch die Fußgängerzonen radeln? Denn da gab es laut Beschluss der Stadtvertretung doch auch eine Sommer- und Herbstvariante? Während ich die Sache mit dem Poller noch nicht abschließend beantworten kann (vielleicht weiß hier jemand mehr), habe ich die “Radproblematik” gelöst: Ab 30. September heißt es Räder frei in der Fußgängerzone. Siehe Beschluss der Stadtvertretung vom 7.7.2008 Übrigens: Anders als es die Beschilderung hergibt, darf man die Mecklenburgstraße vom C&A bis zur Schlossstraße und letztere ebenfalls ganzjährig befahren! Auch, wenn die meisten Menschen (vor allem Touristen) dort so tun, als gehöre ihnen die Welt ganz alleine. Fazit: In nur 15 Tagen beginnt meine liebste Radfahrzeit in Schwerin…

Schwerin – 850 Jahre jung

Donnerstag, 10. September 2009

Was will mir dieser Slogan sagen, denke ich, als ich mal wieder unter irgendeiner Brücke dieser Stadt die Straße quere. Dass ich mich mit meinem Alter erst recht gar nicht schämen muss? Dabei wäre doch: “Schwerin – 850 Jahre und pleite wie am ersten Tag” wesentlich angebrachter. Der Spruch scheint von alternden Frauen erdacht, die sich ihres eigenen welk Werdens schämen und auch Falten sehr wahrscheinlich nichts abgewinnen können. Es ginge doch auch “Schwerin – Gegen uns sind die Bürger von Schilda einen Sch***dreck”. Zumindest, wenn man beispielsweise an die Waisenhausgärten denkt, wo mit Baumaßnahmen Tatsachen geschaffen werden, die eigentlich noch lange keine sind. Glatt möchte ich rufen “Bürger, schaut auf diese Stadt…”, wenn das nicht schon jemand anderes an passenderer historischer Stelle getan hätte. Was wollte ich eigentlich schreiben … ? Ach ja, wenn Ihnen demnächst unsere OB mit einem Klingelbeutel entgegen kommt, dann werfen Sie da ruhig mal ein paar Cent rein. Ansonsten gibt’s nämlich kommendes Jahr kein Geburtstagsfest – egal ob jung oder alt. Und Geburtstag, das weiß unsere OB auch, wird doch schließlich auch “im ärmsten Wohnzimmer gefeiert“. Diese dramatischen Entwicklungen scheinen einzig an der Website der Stadt zum Jubiläum vorbeigegangen zu sein. Denn da fädeln wir noch feucht/fröhlich Jubiläumsperlen und haben den Spruch erweitert um “action wird stadt finden”. Ja, sie haben richtig gelesen und nein, ich habe mich nicht verschrieben und genau, so etwas geht als öffentlich-rechtlicher Slogan durchaus mal durch. Ich weiß nicht, seit wann ich so rund um dieses Provinznest blogge, doch mag ich bald glauben, dass alles Mühen vergeblich ist.

Sommerloch im Blog

Sonntag, 09. August 2009

Im Sommer bloggen? Geht irgendwie gar nicht. Nicht nur thematisch schwierig, wenn man sich nicht in die allgemeinen Ergüsse über Schmidt, Steinmeier, Merkel und Schwesig einreihen möchte. Ich will auch nicht über Blaualgen oder Schweinegrippe schreiben. Mich interessiert auch nicht, ob der nächste Quelle-Katalog gedruckt werden kann und ob Frau Schickedanz jetzt von 600,- Euro leben muss. Mit den Wadan-Werften ernten wir nun das, was andere in unserem Namen gesät haben. Die Menschen tun mir aufrichtig leid. Aber drüber schreiben? Nö. Ich geh lieber baden. Oder koche Marmelade. Obwohl – wenn ich mir die im Ergebnis betrachte, hätte ich vielleicht doch besser schreiben sollen… Will jemand? Ich habe da noch ein paar Gläser: Sauerkirsch-Rosmarin-Chili …

Tötet sie!

Mittwoch, 22. Juli 2009

Der Deutsche Bauernverband schlägt vor, der Milchkrise der Bauern durch Schlachtung der Milchkühe zu begegnen. Das hörte ich soeben in den Nachrichten. Ich halte das für einen guten Vorschlag, denn schließlich produzieren zu viele Kühe zu viel Milch und wenn kein anderer die bezahlen möchte, weil sie einfach überflüssig ist, dann müssen die Kühe eben weg. Auf den Punkt gebracht, lässt sich also folgende Formel ableiten: Was überflüssig ist, wird notgeschlachtet. So einfach ist das. Betrachten wir diese allgemeine Formel genauer, so finden wir dadurch auf Schlag auch die Lösung weiterer Probleme:

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will Will nicht mehr

Montag, 29. Juni 2009

“Steuern rauf oder runter – Wer sagt vor der Wahl die Wahrheit?” Das war gestern Thema bei “Anne Will”. Anders als in der Talkrunde brauchte ich keine runde Stunde, um mir diese Frage zu beantworten: Keiner. Konnte ausschalten und die Zeit besser nutzen. Danke.

Gretchenfrage und bloggen

Donnerstag, 04. Juni 2009

So ein Blog, das ist ja auch eine gewisse Verpflichtung – sich selbst und den möglichen Leserinnen und Lesern gegenüber. Kopf: ja/ lustig: nein so ließe sich mein Zustand hinsichtlich des Bloggens derzeit beschreiben. Muss ja nicht immer lustig sein, aber doch schon bewegend, oder? Also mal ein kurzes Update quer durch den Gemüsegarten:

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