Und noch eine Frage – Gewagt gefragt!

… müssen Journalisten eigentlich unabhängig sein? Ein Blick in die SVZ der vergangenen Tage zeigt mir: Nein! Aber vielleicht sind Kulturredakteure ja gar keine “richtigen” Journalisten…?

“Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse. Jede in der Presse tätige Person wahrt auf dieser Grundlage das Ansehen und die Glaubwürdigkeit der Medien.”
Ziffer 1 des Pressekodex

“Die Annahme von Vorteilen jeder Art, die geeignet sein könnten, die Entscheidungsfreiheit von Verlag und Redaktion zu beeinträchtigen, ist mit dem Ansehen, der Unabhängigkeit und der Aufgabe der Presse unvereinbar. Wer sich für die Verbreitung oder Unterdrückung von Nachrichten bestechen lässt, handelt unehrenhaft und berufswidrig.”
Ziffer 15 der Pressekodex


Autsch… der war jetzt aber wirklich gemein… HaHa…

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2 Antworten zu “Und noch eine Frage – Gewagt gefragt!”

  1. jakob sagt:

    Ist denn deiner meinung nach die SVZ zu stillschweigen in der affäre jahn verpflichtet, nur weil sie als partner des filmkunstfestes nicht mehr unabhängig ist?
    Und: Was an den veröffentlichungen ist denn unwahr? Rück raus mit deinem wissen…

  2. emes sagt:

    Lieber Jakob, nein ganz und gar nicht.

    Ich freue mich sehr über eine unabhängige Berichterstattung. Egal, worum es geht.

    Dazu würde allerdings auch gehören, dass die beteiligten Redakteure die seit über einem Jahr bestehende Einladung des Geschäftsführers annähmen und sich auch mit der “anderen Seite” beschäftigen. Sich möglicherweise gar mit den Mitarbeitern (in der Überzahl) unterhalten, die sich jetzt per Offenem Brief loyal hinter Torsten Jahn gestellt haben. Dieser Brief kam in der Berichterstattung demzufolge auch nicht vor. Der NDR berichtete hingegen.

    Dazu würde ebenfalls gehören, zu schreiben, dass Hasso Hartmann seit November vergangenen Jahres nicht mehr für das 20. filmkunstfest gearbeitet hat, ihm aber die Lorbeeren zugeschrieben wurden. Traurig für jene, die sich wirklich daran abarbeiteten.

    Aber das Wichtigste zuletzt: Dazu würde auch gehören, dass der federführende Redakteur seine persönliche Beziehung zu Herrn Hartmann, die über das “Schreiben darüber” hinaus geht, offenlegt und noch einmal darüber nachdenkt, ob er wirklich so unbefangen berichten kann, wie es der zitierte Pressekodex von ihm verlangt.

    Und das ist ehrlich gesagt, was mich eigentlich ärgert. Nicht Berichterstattung als solche sondern diese im Besonderen, die geprägt ist von persönlichen Befindlichkeiten. Oder schicken Sie eine mögliche Krankschreibung erst an die nächste Tageszeitung und dann an Ihr Unternehmen? Glauben Sie, dass alle Mitarbeiter, die sich ebenfalls offen äußern, und zwar für Torsten Jahn, von ihm gezwungen werden? Womit? Mit Geld? Dann überschätzen Sie deutlich die Möglichkeiten eines solchen Unternehmens. Durch Druck? Und ein “Klima der Angst”? Ich persönlich hatte nur Angst am Morgen die Zeitung aufzuschlagen und schon wieder zu lesen wie jemand seinen privaten Hass offen austrägt. Natürlich gibt es Reibungspunkte in so einem Unternehmen. Auf der einen Seite die Kunst, auf der anderen das Kaufmännische. Dummerweise funktioniert das eine ohne das andere nicht. Die Einsicht ist sicher schwer. Darüber wundern braucht sich in unseren Zeiten jedoch niemand. Insbesondere, da es hier um einen sorgfältigen Umgang mit Steuergeldern geht.

    Sie wollen mehr wissen – fragen Sie! Aber lesen Sie nicht ausschließlich die SVZ. Der Erkenntnisgewinn wäre leider sehr einseitig.

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