Tag der Pressefreiheit und das filmkunstfest

Am 3. Mai ist der Tag der Pressefreiheit. Das ist ein wichtiger Tag, denn eigentlich sollte die Presse ja die vierte Gewalt im Staate sein. Oft genug werden die Rechte der Journalisten auch in diesem, unserem Lande beschnitten. An freier Berichterstattung, die ehrlich, offen und kritisch ist, sind nur die wenigsten Verlage und Medienhäuser interessiert. Umso trauriger, wenn Journalisten so sie diese Freiheit hätten, selbige nicht nutzen, um wahrheitsgemäß und gut recherchiert Bericht zu erstatten. Was ich damit meine:

Hasso Hartmann, langjähriger Leiter des filmkunstfestes, wird an diesem in der kommenden Woche nicht teilnehmen. Wegen eines schweren Burn-Out-Syndroms wird er in eine Klinik gehen. So war es am Mittwoch in der Zeitung zu lesen. Im Kommentar der SVZ am vergangenen Mittwoch schreibt Kulturjournalist Holger Kankel dann auch gleich wo die Krankheitsursache liegt, nämlich in dem “schlechten Klima” bei der Filmland M-V gGmbH, die das Festival veranstaltet. Aha. Eine Vermutung, die sich Herr Kankel auch vom Geschäftsführer des Unternehmens, Torsten Jahn, bestätigen lassen wollte. Dieser war jedoch, welch Wunder (!), gegenteiliger Ansicht. Das Angebot sich vor Ort selbst ein Bild vom Klima innerhalb der Filmland zu machen, schlug Holger Kankel (bis jetzt) aus. So schreibt man also heute?! Damit eines klar ist: Hasso Hartmanns Dienste um das Festival sind unumstritten. Die Stilisierung zur Ikone des Festivals und das “an die Wand malen des Unterganges des Abendlandes” mit seinem Weggang werden jedoch der Arbeit der vielen Menschen in der künstlerischen und organisatorischen Abteilung nicht gerecht. Viele sind dort übrigens genauso lange und auch länger beschäftigt wie Hasso Hartmann. Also: Nicht Hasso Hartmann ist das Filmkunstfest, sondern die Summe der Menschen, die dort für den Erfolg arbeiten. Wer nur das Äußere sieht, vergisst, dass, wie man so schön sagt, die inneren Werte wirklich zählen und die sind manchmal auch im Falle von Lichtgestalten sehr dunkel… .

Anmerkung: Bis vor kurzem war ich selbst für die Filmland M-V gGmbH tätig und bin zurzeit in Elternzeit. Hasso Hartmann wünsche ich eine gute Genesung.

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6 Antworten zu “Tag der Pressefreiheit und das filmkunstfest”

  1. falk von morgen sagt:

    “denn eigentlich sollte die Presse ja die vierte Gewalt im Staate sein”

    Tja. Was soll ich dazu sagen? Keine Macht für BILD!

    ;)

  2. Albert sagt:

    Fakt ist, dass Hasso Hartmann der Einzige in der gesamten Filmland-Truppe ist, der auch nur einen Hauch von Professionalität nach Schwerin gebracht hat. Er hat Filmemacher und Verleiher davon überzeugt, ihre Filme nach Schwerin zu geben – das Festival ist wahrlich kein Magnet für die Filmszene. Ihr Geltungsdrang in allen Ehren – aber sie haben wirklich überhaupt keine Ahnung wovon sie da reden.

  3. emes sagt:

    Sicherlich haben Sie wesentlich mehr Kenntnis der Materie. Es freut mich, dass Sie sich so offen äußern. Wie beschrieben, bestreitet niemand die Verdienste von Hasso Hartmann, aber auch nicht die der vielen anderen Menschen, die über die Jahre daran beteiligt waren.

  4. Albert sagt:

    Tatsächlich kenne ich das Festival sehr gut. Und das es mit dem Betriebsklima nicht so zum besten steht, ist angesichts der vielen, vielen Mitarbeiter die die Geschäftsführung in den vergangenen Jahren verschlissen hat, ein offenes Geheimnis sein. Trauriger Höhepunkt 2009…

  5. emes sagt:

    Da handelt es sich bei Ihnen ja direkt um einen Insider. Da mir bewusst ist, auf welchen “traurigen Höhepunkt” Sie anspielen, verweise ich Sie auf ein Zitat des bekannten, und von mir sehr geschätzten, Kabarettisten Dieter Nuhr: “Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten.”
    Es sei denn, Sie verfügen über Informationen, die nicht einmal den engsten Angehörigen zur Verfügung standen. Sind Sie möglicherweise gar Gott? Allmächtiger! Schlimm, wenn man solche traurigen Entscheidungen benötigt, um seine Argumentationskette zu füllen.

  6. Albert sagt:

    Das Dieter Nuhr Zitat kann man ruhig so stehen lassen, trifft ja auf alle Menschen unter dieser Sonne zu. Und nein, Gott bin ich nicht. Vielleicht ein Angehöriger? – egal, vielen Dank für das Zutrauen in jedem Fall. Und – bevor das hier weiter ausartet auch von mir noch ein Zitat: “Der Kopf ist rund damit das Denken die Richtung ändern kann”. Stimmt wirklich.

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