Archiv für September 2009

Man spricht Deutsch

Dienstag, 29. September 2009

Also gestern, da ging ich in eine Tankstelle um Zigaretten zu kaufen. Die haben einen englischen Namen. Also sprach ich mit feinstem “Ti Aitsch” meinen Wunsch am Tresen aus. Darauf die Verkäuferin: “Ham wer nich.” “Klar!”, erwidere ich, “Da, hinter ihnen!”. Die Verkäuferin: “Ach die. Na, weil sie die so komisch ausgesprochen haben. Woher soll ich das denn wissen.” Ich: “Na, auf englisch halt. Ist ja auch ne englische Marke.” Verkäuferin: “Wir sind hier aber in Deutschland und hier wird Deutsch gesprochen!” Ich: “Ne, is klar, und Sie haben Udo Pastörs gewählt.” Abgang.

Heute weiß ich, die Frau hat nicht Udo, sondern Guido gewählt:

Der arme Reporter, der nur mal ‘nen kurzen englischen O-Ton für seine Zuschauer ziehen wollte.

“Ich war noch nie so ratlos wie gegenwärtig”

Mittwoch, 23. September 2009

Sprach Gert Böttger und wippte währenddessen wahrscheinlich wieder auf die Zehenspitzen. Dann… Kunstpause. “Aber … ” Um uns dann darauf zu erläutern, dass er eben doch die Weisheit mit dem Löffel … und überhaupt…

Das Leben ist eine Baustelle
Ebenso ratlos dürfte übrigens Herr Tenk-OFF sein, der da verschiedene Probleme bezüglich der Marienplatz-Galerie zu haben scheint. Insofern ist dieses Loch im Herzen der Altstadt an Symbolkraft wohl kaum zu bieten.

Nein, ich war am Montag nicht auf der Stadtvertretungssitzung dabei. Allein besitze ich ein gewisses Maß an Vorstellungskraft. Heute stehen die entsprechenden Ergebnisse in der SVZ. Dort wird nun im Tagesverlauf der Kommentarmarathon der “üblichen Verdächtigen” einsetzen. An Dummheit meist kaum zu überbieten.
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Es gibt so Tage…

Dienstag, 22. September 2009

… da schiebe ich das langsame Muttchen im Auto vor mir mit meinem Bulldozer aus dem Weg. Den Opa mit Hut erdrossele ich mit seiner Klopapierrolle, die fein verhäkelt auf der Rückablage liegt. Ganz nach einem meiner Lieblingsfilme sprenge ich an Pseudobaustellen ein echtes Loch in den Asphalt, damit die Menschen da endlich etwas zu tun haben. Der ewig Fresse ziehenden Verkäuferin im Laden tackere ich das Lächeln mit meinem Bürotacker an den Ohrläppchen fest. An Stelle von Moorhuhnschießen am Rechner spiele ich Politiker-Shooting mit meiner Uzi, die ich wie selbstverständlich aus meiner dafür eigentlich viel zu kleinen Handtasche ziehe. Ich verurteile Kinderschänder zu Todesstrafen und lasse Dieben geistigen Eigentums das Gehirn amputieren. Schließlich verlieren alle anderen Diebe ja wahlweise die rechte oder linke Hand. Blender und Gründer von so genannten Agenturen, die ausschließlich aus einer Person und einer Website bestehen, werden zu einem Jahr Toilettendienst an den Silberklos der A20 verknackt.

Noch Fragen?

Das Beste am Altstadt-Fest

Dienstag, 15. September 2009

ist, dass danach der Pfaffenteich am Südufer wieder für den Autoverkehr freigegeben wird. Oder auch nicht. Aber eigentlich doch schon. Hmm… was macht eigentlich der dumme Poller da noch? Und darf ich jetzt wenigstens wieder offiziell durch die Fußgängerzonen radeln? Denn da gab es laut Beschluss der Stadtvertretung doch auch eine Sommer- und Herbstvariante? Während ich die Sache mit dem Poller noch nicht abschließend beantworten kann (vielleicht weiß hier jemand mehr), habe ich die “Radproblematik” gelöst: Ab 30. September heißt es Räder frei in der Fußgängerzone. Siehe Beschluss der Stadtvertretung vom 7.7.2008 Übrigens: Anders als es die Beschilderung hergibt, darf man die Mecklenburgstraße vom C&A bis zur Schlossstraße und letztere ebenfalls ganzjährig befahren! Auch, wenn die meisten Menschen (vor allem Touristen) dort so tun, als gehöre ihnen die Welt ganz alleine. Fazit: In nur 15 Tagen beginnt meine liebste Radfahrzeit in Schwerin…

Schwerin – 850 Jahre jung

Donnerstag, 10. September 2009

Was will mir dieser Slogan sagen, denke ich, als ich mal wieder unter irgendeiner Brücke dieser Stadt die Straße quere. Dass ich mich mit meinem Alter erst recht gar nicht schämen muss? Dabei wäre doch: “Schwerin – 850 Jahre und pleite wie am ersten Tag” wesentlich angebrachter. Der Spruch scheint von alternden Frauen erdacht, die sich ihres eigenen welk Werdens schämen und auch Falten sehr wahrscheinlich nichts abgewinnen können. Es ginge doch auch “Schwerin – Gegen uns sind die Bürger von Schilda einen Sch***dreck”. Zumindest, wenn man beispielsweise an die Waisenhausgärten denkt, wo mit Baumaßnahmen Tatsachen geschaffen werden, die eigentlich noch lange keine sind. Glatt möchte ich rufen “Bürger, schaut auf diese Stadt…”, wenn das nicht schon jemand anderes an passenderer historischer Stelle getan hätte. Was wollte ich eigentlich schreiben … ? Ach ja, wenn Ihnen demnächst unsere OB mit einem Klingelbeutel entgegen kommt, dann werfen Sie da ruhig mal ein paar Cent rein. Ansonsten gibt’s nämlich kommendes Jahr kein Geburtstagsfest – egal ob jung oder alt. Und Geburtstag, das weiß unsere OB auch, wird doch schließlich auch “im ärmsten Wohnzimmer gefeiert“. Diese dramatischen Entwicklungen scheinen einzig an der Website der Stadt zum Jubiläum vorbeigegangen zu sein. Denn da fädeln wir noch feucht/fröhlich Jubiläumsperlen und haben den Spruch erweitert um “action wird stadt finden”. Ja, sie haben richtig gelesen und nein, ich habe mich nicht verschrieben und genau, so etwas geht als öffentlich-rechtlicher Slogan durchaus mal durch. Ich weiß nicht, seit wann ich so rund um dieses Provinznest blogge, doch mag ich bald glauben, dass alles Mühen vergeblich ist.

Moment mal … ?

Mittwoch, 02. September 2009

Also, wenn irgendwo fleißige und unabhängige Journalisten einen Skandal aufdecken, dann bin ich immer wieder versucht, doch noch an die Zukunft dieses Berufsstandes zu glauben. Jüngst ist das den Machern von Report München gelungen. Es geht um einen Skandal im Gesundheitswesen. Im Spiel sind teure Großpackungen, günstige Kleinpackungen die als ihre teureren Pendants abgerechnet werden und Apotheken. Es geht um so genannte “Mogelpackungen“. Okay so schlecht, so klar. Aber mir stellt sich in diesem Zusammenhang eine ganz andere Frage …
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Zitate des Sommers

Dienstag, 01. September 2009

“Ich bin kein Eimer, in den jeder scheißt.” – aus “Whisky mit Wodka” von Andreas Dresen

“Drei Tage vor dem Wettkampf isst sie keinen Zucker mehr – nur noch Honig.”Der Sportmoderator des ZDF über die Hochspringerin Ariane Friedrich bei der Leichtathletik-WM in Berlin

“Ich würde kein Kind, egal welcher Rasse, mit einem Hund alleine lassen.”
aus WDR aktuell vom 20. August 2009

“Da müssen wir Köpfe mit Nägeln machen.” – eine Kollegin im August an einem wirklich heißen Sommertag