Tötet sie!
Der Deutsche Bauernverband schlägt vor, der Milchkrise der Bauern durch Schlachtung der Milchkühe zu begegnen. Das hörte ich soeben in den Nachrichten. Ich halte das für einen guten Vorschlag, denn schließlich produzieren zu viele Kühe zu viel Milch und wenn kein anderer die bezahlen möchte, weil sie einfach überflüssig ist, dann müssen die Kühe eben weg. Auf den Punkt gebracht, lässt sich also folgende Formel ableiten: Was überflüssig ist, wird notgeschlachtet. So einfach ist das. Betrachten wir diese allgemeine Formel genauer, so finden wir dadurch auf Schlag auch die Lösung weiterer Probleme:
Rentnerschwemme!
In nur wenigen Jahren wird es mehr Rentner denn je geben. Ein paar von denen sind ja ganz lustig – aber in Masse? Die belasten unsere Sozialsysteme, erhöhen wegen der Stützstrümpfe den Kautschukverbrauch und wollen am Ende noch eigene Rollatorspuren auf den Bürgersteigen eingerichtet haben. Viele von denen sind überflüssig. Das marktwirtschaftliche Prinzip von Angebot und Nachfrage greift nicht mehr und alle Mittel zu Subventionen werden dann auch aufgebraucht sein. Notschlachtung!
Opel-Arbeiter!
Opel-Arbeiter sind lästig. Sie demonstrieren die ganze Zeit und tun gerade so, als würden sie mit ihren Stimmen die Wahlen entscheiden. Außerdem schreien sie so laut, dass die vielen anderen künftig Arbeitslosen nicht mehr gehört werden können. Wer will das schon. Und Angela Merkel könnte sich mal endlich wieder mit ihrem Professor Sauer einen schicken Nachmittag auf der Couch machen. Schaut man sich die Pläne der Übernahmeinteressenten von Opel an, so stellt man fest, dass fast alle Mitarbeiter am Standort Bochum überflüssig sind. Auch bei Opel greift das marktwirtschaftliche Prinzip von Angebot und Nachfrage schon längst nicht mehr. Damit ist klar welche Lösung hier gefragt ist: Notschlachtung!
Vielleicht ist es am Besten in diesem Fall vorsorglich gleich alle jetzigen, künftigen und potentiellen Arbeitslosen mit zu schlachten.
Arme Kinder!
Arme Kinder sind überflüssig wie ein Kropf oder wie Milchkühe. Sie wollen Essen, Kleidung, Bildung und werden später zu lästigen, unzufriedenen Rentnern. Außerdem versauen sie Statistiken und binden zu viel Personal in Suppenküchen. Notschlachtung!
Dies sind selbstverständlich nur drei Beispiele einer unendlich langen Liste von überflüssigen Dingen. Natürlich gehören auch Umweltschützer, Konsumverweigerer, Nicht-Legastheniker, überhaupt Denkende etc. dazu. Damit unsere Politiker und Lobbyisten endlich wieder ein glückliches Leben haben…
Tags: Bauernverband, Kühe, Kinder, Milchquote, Notschlachtung, Opel, Rentner
22. Juli 2009 um 21:28
Perfides, unangenehmes Thema… (gerade im Hinblick auf die Lage in den von Hunger betroffenen Regionen der Welt).
Einziger Trost in den vielen derzeitigen Situationen und “Krisen” : IMMER MEHR MENSCHEN LEISTEN VEHEMENT AKTIVEN WIDERSTAND! HINTERFRAGEN! KRITISIEREN!
FH
23. Juli 2009 um 08:34
Das Wort zum Sonntag.
Ach ein hab ich noch:
“Aufruhr, Widerstand es gibt kein ruhiges Hinterland!”, oder wie war das noch?
23. Juli 2009 um 22:40
Hm, lecker. Die Schlachtung von Kühen hat mit Sicherheit einen direkten Einfluss auf die Preise der Burger bei Mc Donald oder Burger King (wobei ich den King bevorzuge). Weniger Kühe=mehr Burgerfleisch=günstigere Burger?!
Und der Widerstand macht mit vollem Bauch auch aktiv mehr Spass.