Finanzhaie und die SPD
“Finanzhaie würden FDP wählen” prangt derzeit in großen Lettern an vielen Werbeplakaten der SPD zur Europawahl. Was für ein, Verzeihung, selten dämlicher Spruch! Ich würde mir zuerst eine neue Agentur wählen. Diese Werbung zeugt von absoluter Unkenntnis der bisherigen Arbeit der SPD in der Bundesregierung. So ist die Regierung Schröder (zur Erinnerung Rot-Grün) nicht unschuldig an der heutigen Misere. Nein, sie hat sogar mehr dazu beigetragen, als die FDP je umsetzen können wird.
Darf ich mal aufzählen? So wurden unter anderem Spekulanten von der Versteuerung der Wiederveräußerungsgewinne freigestellt. Gleiches trifft für die Freistellung des Handels mit Krediten von der Umsatz- und Gewerbesteuer zu, was diesen Handel ungleich attraktiver machte. Die Versteuerung von Spekulationsgewinnen bei Aktiengeschäften wurden halbiert, bzw. sind nach der Haltezeit von einem Jahr gleich ganz steuerfrei. Gewinne zwischen Muttergesellschaften und Töchtern können verrechnet werden, Verluste auch. Dies führt dankenswerterweise zu Steuerverlusten in Milliardenhöhe. Der Spitzensteuersatz wurde gesenkt, die Körperschaftsteuer auch und dies gleich mehrfach. An die Einführung einer mehrfach von Lafontaine geforderten Kontrolle der Finanzmärkte und -ströme wollte Schröder gar nicht erst ran. Die Konsequenzen für den Saarländer sind ja hinreichend bekannt. “Finanzhaie würden SPD” wählen, wenn nicht die Krise selbst dieser Partei die Liberalisierung der Finanzmärkte unmöglich machen würde. Merkel kann da noch viel eher sagen: “Siehste!” Die hat nämlich in Heiligendamm schon darauf gedrungen die Märkte enger zu regulieren. Soll aber auch heißen, dass man da das Unheil schon hat kommen sehen. Denn zu Schröders Zeiten hat die CDU den meisten der oben genannten Entscheidung im munter zugestimmt.
Bleibt als Fazit: Finanzhaie würde genauso FDP wählen, wie Katzen Whiskas kaufen würden. Dafür heißt Raider jetzt Twix – sonst ändert sich nix!
Tags: Bundeskanzler Schröder, Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU, CSU, FDP, Finanzhaie, Finanzkrise, Gerhard Schröder, Krise, Merkel, SPD, Wahlspruch, Wahlwerbung
14. Mai 2009 um 22:16
absolut richtig! Danke für diesen Beitrag!
20. Mai 2009 um 11:26
[...] Finanzhaie habe ich ja an anderer Stelle geschrieben. Hier findet man übrigens eine Übersicht aller Motive noch einmal als Bild. [...]
07. Juni 2010 um 16:24
[...] Übrigen ein Trugschluss, dass sich unsere Situation nur durch Sparmaßnahmen verbessern lässt. In diesem Artikel findet man einige Beispiele auf welche Einnahmen so im Laufe der Zeit verzichtet wurde. Natürlich [...]
07. September 2011 um 22:24
[...] gebe zu, in der Vergangenheit habe ich mich ein um das andere Mal über Euch lustig gemacht, sogar Kritik geübt. Ich entschuldige mich aufrichtig. Ich werde Euch vermissen. Wie schön war es doch mit der [...]