These – Antithese
Gestern sah ich (zumindest in Teilen) die Sendung “hart aber fair” – Wenn Politik auf Wirklichkeit trifft. Ich glaube, ich habe schon mehrfach deutlich gemacht, dass dies eines meiner Lieblingstalkformate ist. Eigentlich. Denn seitdem Herr Plasberg in der ARD und nicht mehr im WDR parliert, gerät die Sendung zu einer Ansammlung von WischiWaschi-Thesen, die durch den Wolf gedreht und weich gespült im Abendprogramm niedergeplaudert werden. Gestern wieder eine solche Aussage:
“Einem Hartz-IV-Empfänger geht es besser als einem Werktätigen in der DDR.”
Begründet wird dies mit den vielfältigen Möglichkeiten des Konsums im Vergleich zwischen heute und der Zeit vor der Wende. Aha. Lasset die Diskussion beginnen! Eins, zwei, drei …. Kommentare frei:
Tags: hartaberfair, Hartz-IV, Konsum, Plasberg
05. Februar 2009 um 14:45
Ich habe die Sendung nicht gesehen.
Ich war zwar Werktätiger in der DDR, aber bisher noch nie Hartz-IV-Empfänger. Insoefern kann ich da schlecht vergleichen. Aber “geht es besser” nur an den Konsum-Möglichkeiten festzumachen, halte ich für Unsinn. Das würde ja das Menschsein auf rein materielle Dinge reduzieren.
05. Februar 2009 um 17:10
Ich war weder das eine noch das andere. Doch ich ich glaube, dass sich ein Hartz-IV-Empfänger heute genauso wenig ein neues Auto oder den neuesten Fernseher kaufen kann, wie ein Werktätiger der DDR. Nur sind die Gründe verschieden.
05. Februar 2009 um 19:40
Bla Bla.
Und nachts ists kälter als draußen.
Ich hab den neuen Plasberg noch nicht gesehen, aber es war irgendwie zu erwarten, daß man ihm irgendwann die Handschellen anlegt.
Der Ärmste. Oder hat er es selbst so gewollt?
Ich weiß es nicht.
Aber einen solchen Vergleich aus der Diskussion zu reißen, halte ich für nicht korrekt. Als provokante These kann man sowas schon mal in den Raum werfen. Interessant wäre für mich, wie die Spezialisten darauf eingegangen sind.
Wenn darüber Einigkeit herrschte, dann ist wieder klar, daß die Verblödungs- und Manipulationsmaschine angeschmissen wurde. Denn ich denke, es ist in der Tat nicht nur einseitig, sondern auch dumm, die Konsummöglichkeiten als alleinigen Gradmesser zu nehmen.
Ich war bereits beides und ich kann sagen: für meinen Geschmack ging es mir als DDR-Werktätiger wesentlich besser.
Ich kann aus Erfahrung sagen, daß es die Lebensqualität maßgeblich negativ beeinfluß, wenn man nicht weiß, wie man die nächste Miete zahlen soll und wenn man genau überlegen muß, ob man jetzt drei oder vier Brötchen kauft. Und wenn man seine kulturellen Aktivitäten auf Heller und Pfennig planen muß: was streicht man, den Theaterbesuch oder das Kino? Und Kneipe bis zum Abwinken ist ja schon mal gar nicht drin.
Nein, also der Vergleich mit der genannten Begründung ist ein deutlicher Hinweis auf fehlendes Wissen, sowohl über die eine Seite, als auch über die andere.
Ich kann mich aber auch an meine Sprüche erinnern, als ich noch fett verdient habe: Na und, wenn alles den Bach runtergeht, dann hol ich mir halt Sozialhilfe, der Staat hat doch die Hängematte aufgespannt.
Nun ja. Ich habe bestimmt keinen Grund zu jammern, aber daß das Hartz4-Netz für Entspannung und ein fröhliches Leben sorgt, das trifft mit Sicherheit in keinem Fall zu.
05. Februar 2009 um 23:25
hallo emes. ein werktätiger in der ddr konnte sich schon ein neues auto nach langer wartezeit kaufen.
nur kein altes die gab es gleich und waren in der regel teurer als ein neues.
auch kann ich mich noch deutlich an die langen schlangen vor dem rft laden errinnern wenn es farbfernseher für 4000 bis 6000 mark der ddr gab. meist kosteten sie ja etwas mehr. die verkäufer wollten ja auch etwas verdienen
(westmark oder andere nützliche dinge halfen weiter)
harz Iv denken über solche investitionen bestimmt nicht nach. sie kämpfen schlicht ums überleben. als konsumenten würde ich sie nicht bezeichnen. jedenfalls nicht in diesem sinne.
kleine anmerkung zum unterschied zwischen ost und west autos
in der ddr waren alle autos bar bezahlt eine finanzierung gab es nicht.
gibt es bestimmt für harzIv empfänger auch nicht.
so das wars zu dem thema.
aber wo ist meine gutenacht geschichte ???????????
06. Februar 2009 um 00:14
Also DDR- keine Plan. Habe es nicht erlebt. Da war doch Karl Marks der Boss oder?
Aber wenn irgendeine Gruppe zum Konsumenten degradiert wird dann auch die Hartz 4% Empfänger. (Zu) viele Billigkonsumgüter sind für die ” Unterschicht” ausgelegt sei es Essen, Ramsch oder Kleidung. Überleben ist mit 340 Taken nur Konsumieren, als was anderes würde ich es nicht bezeichnen. Die Möglichkeiten des Konsums haben sich sicherlich verbessert schließlich kann ich mir mit Schwein gefüllte Rinder Rolladen kaufen. Aber geht es mir dadurch besser? Ich glaube nicht. Da die Freiheit die es in der DDR ja wie es scheint nicht gab heute als eine Konsumfreiheit bezeichnet wird bezeichne ich das mal so: Was schauen sie denn für Sendungen an Frau/Mann/Es Emes? kommt das auf rtl2?
Wieso vergleicht man so was überhaupt? Wegen der Allgemeinverwirrung?
Egal ein altes bayrisches Sprichwort besagt das Konsumüberfluss besser ist als gar kein Konsum. Da können die Ausgestoßenen wenigstens noch träumen.
Ich will auch eine Geschichte aber bitte eine mit schön viel Konsum am Ende ja?